Therapeutisches Konzept

Ganzheitliche Medizin – Die Sicht auf den Menschen

Viele sprechen heute über die ganzheitliche Medizin. Aber was ist das genau? Wie und worüber wirkt sie? Welche Beweise für die Wirksamkeit liegen vor? Eigentlich gemeint ist damit der Zugang zum gesamten Menschen, der im Mittelpunkt der Behandlung steht. Dieser Zugang zum „Kranksein“ des Menschen und seinen Einschränkungen im Alltag steht im Gegensatz zur krankheitsorientierten Medizin, bei der die Krankheit im Vordergrund der Behandlung steht.
  

Integrative Medizin – Das wissenschaftliche Fundament

Die erlebten Einschränkungen des einzelnen Menschen infolge seiner Krankheit stehen bei uns im Mittelpunkt. Wir nutzen alle wissenschaftlichen Erkenntnisse der Krankheitsbehandlung und behalten dabei den Menschen und seine Gesundheit im Blick. Hierbei verknüpfen (integrieren) wir die klassische wissenschaftliche Medizin mit Erkenntnissen aus der „Mind-Body Medizin“. Diese Medizin hat auch im deutschsprachigen Raum tiefe Wurzeln in der Lebensreformbewegung der Jahrhundertwende. Man kann sie nach dem Arzt Bircher-Benner oder Kneipp auch als Ordnungstherapie bezeichnen. Sie integriert wissenschaftliche Erkenntnisse zur Lebenstiländerung aus den Bereichen Ernährung, Bewegung, Stressmanagement, Entspannung und Schlaf zu gesundheitsförderdem Verhalten. Auch in unserem Kurort hat die Reformbewegung Spuren hinterlassen. Herrman Kronberg als Erbauer des Südharzsanatorium (heute Fachklinik für Lungenerkrankungen) betrieb ein vegetarisches Speisehaus im alten Reichstag in Berlin und war Geschäftsführer der Naturheilanstalt in Berlin. Als Zeitgenosse wirkte Eduard Baltzer, der 1867 in Nordhausen den ersten Vegetarierverein Deutschlands gründete.
  

Prävention – Verhindern, Erkennen, Aufhalten und Zurückdrängen

Auch bei Diagnosestellung einer COPD hört die Prävention nicht auf. Wenn wir die Erkrankungsverschlechterung aufhalten oder die Symptome zurückdrängen sprechen wir von Rehabilitation oder auch von Prävention. Auch können weitere Erkrankungen wie Depression, Angst, Osteoporose und Herz-Kreislauferkrankungen bei COPD häufig zusätzlich auftreten und müssen erkannt oder verhindert werden. Gerade bei der COPD sind Maßnahmen zur Schulung von Medikamenteneinnahme, dem Rauchstopp, gesunder Ernährung, Lebenstiländerungen und vor allem Motivation zu Bewegung (z.B. in einer Lungensportgruppe) wichtig. In Ihrer Kur wird von uns besonders in diesen Bereichen ein Schwerpunkt gelegt.
  

Komplementäre Medizin – flankierende Maßnahmen

Viele Dinge kann auch der Patient selbst tun, um die Symptome seiner Erkrankung zu beeinflussen. Vor allem die Trainingstherapie hat eine Verbesserung der Lebensqualität gezeigt. Bei COPD wenden wir vom Gehtraining im Heilklima über Inspirationsmuskeltraining bis zur Atemphysiotherapie viele Verfahren an. Die Symptome Husten und Auswurf können wir durch Atemtechnikschulung und auch sekretmobilisierende Maßnahmen, inclusive Hilfsmittelversorgung beeinflussen.

Salutogenese - Der Blick auf die Gesundheit trotz Erkrankung

Zur Krankheitsbewältigung sollen Sie Ihre Erkrankung verstehen, durch Achtsamkeitsübungen eigene Wünsche erkennen, um Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Sie erlernen dazu das psychologische Verfahren WOOP. Positive Erfahrungen und Emotionen können damit vor allem in der Gruppe gesammelt werden. In Ihrer Kur wollen wir Ihre Gesundheitsresourcen und Selbstheilungskräfte wecken, um nachhaltige Lebensstiländerungen zu erreichen.

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